Gerardo G. Sachs (Gerhard Günther Sachs)

                                    


 

 

 

 
Gerhard G. Sachs
1932 in der deutsch-jüdischen Jugendbewegung

Lebensdaten:

1917 wurde Gerhard Günther Sachs in der Chemnitzer Neefestraße als Sohn einer bedeutenden Fabrikantenfamilie geboren. Er lebte bis 1938 an wichtigen Standorten der Marschel Frank Sachs AG (Mafrasa), in welche die Familie ihre eigene Firma 1921 eingebracht hatte, in Chemnitz und Böhrigen, in Zschopau und Magdeburg. Das Sachswerk in Böhrigen – Nachfolgefirma der vom Hainichener Tuchmacher F.G. Lehmann 1835 gegründeten Fabrik – war seit 1914 Firmensitz der Familie und wurde von Erich Sachs, Hans Sachs und deren Schwester Gertrud Koppel – einer der ersten Frauen, die in Europa einer Fabrik vorstanden, geleitet. Da die Familien der Mafrasa – Bernstein, Frank und Sachs – in Chemnitz der israelitischen Gemeinde angehörten, waren sie von Anfang an dem Terror der Nationalsozialisten ausgesetzt. Der Vater des Autors, Hans Sachs, welcher während einer versuchten Festnahme durch SA-Leute am 31. März 1933 ums Leben kam, war eines der ersten jüdischen Todesopfer des Naziregimes. Gerhard Sachs gelang es 1938 nach Argentinien zu entkommen, Anfang 1939 schaffte dies auch seine Verlobte, Hanna Cohn, nachdem sie mit dem Töchterchen Tana wohl das letzte jüdische Kind im Chemnitz der Hitlerzeit zur Welt gebracht hatte.

 

Gerardo G. Sachs lebt heute mit seiner Frau im Stadtteil Belgrano der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Die heißen Sommer verbringen sie in ihrem Haus an der Atlantikküste. Die beiden Söhne des Paares, Juan Gabriel und Federico Daniel, sind nach Israel ausgewandert, die Töchter Tana und Irene Beatriz am Rio de la Plata geblieben. Tana – eine anerkannte Künstlerin – gestaltete die Umschlaggrafik des Buches.

Hanna und Gerardo Sachs, Villa Gesell (Argentinien) 2004

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