Leseprobe aus "Entführung 1934 / Kidnap the Jew"
Englische Originalfassung (1977):

On Friday morning, Otto was brought a cup of very bad coffee and asked to come upstairs. To his shocked surprise and bewilderment, he was taken into the office of an S.A.- Storm Troop, and his companions of the night before were now dressed in regulation S.A. Brown-shirt uniforms, complete with badges of rank. Otto Schlesinger was asked to stand to attention in front of the desk of the Truppfuehrer, and an ‘interrogation’ began. He was accused of being an enemy of the Third Reich, a pacifist, a capitalist, a communist, an internationalist, and any other type of ‘sub-human’- being from the Nazi mythology they could think of. It was all rather laughable; Otto happened to have served in the German Army as an officer during the First World War; consciously and proudly, he had always considered himself a German who also happened to be a Jew; in his student days at University he had been a prominent member of the KC, the fraternity of ‘German students of the Jewish Faith’ who fought for equality with the traditional German students’ method: the duel, and he wore the duelling marks on his forehead like any other German graduate; in his political views, he tended to be rather right wing. Now, when he protested against these ludicrous accusations which were hurled against him, he was actually shown a membership card in his name of a left-wing pacifist organisation which had been proscribed by the National Socialist Govern-ment.
“Forgery”, he protested.
“Never mind”, was the answer, “it is sufficient grounds for us to have you shot.”

Deutsche Fassung(2002):

 Jene Mitglieder der Gruppe, die immer schon ihren Gefangenen umbringen wollten, hatten nun wieder die Oberhand, und man diskutierte vor allem darüber, wie man seine Leiche beseitigen könnte. Immerhin war es für Otto ein kleiner Trost, dass seine Entführer hierin genauso wenig übereinstimmten wie in den Tagen zuvor. Erneut konnte er feststellen, dass er es mit Idioten zu tun hatte, die kaum fähig waren zu planen und zu organisieren, und dies bewahrte ihm einen Rest an Zuversicht, selbst noch in den schlimmsten Augenblicken. 
Dann aber kam ein Zeitpunkt, da wurde „Tod durch Erhängen“ beschlossen. In dem Keller, wo er sich jetzt befand, hatte Otto schon die starken Eisenhaken ganz oben in einer der Wände bemerkt, und nun gab er allmählich alle Hoffnung auf. An den Truppführer richtete er nur noch eine letzte Bitte:
 „Ich kann ja nichts machen, aber wenn Sie mich schon umbringen, dann legen Sie doch bitte meine Leiche an eine Stelle, wo man sie bald findet, damit meine Frau nicht zu lange im Ungewissen bleibt.“
„Quatsch“, war die Antwort, „du kriegst außerhalb der Stadt im Wald eine Bombe zwischen die Eier, und niemand wird von dir auch nur das kleinste Stückchen finden.“
Kurz nach diesem Gespräch kamen drei Männer in den Keller und brachten einen Stuhl sowie ein dickes Seil mit. Otto musste auf den Stuhl stehen, das Seil wurde über einen der Haken geschlungen und dann um seinen Hals festgemacht...

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